Das Wichtigste in Kürze

  • Souveränität ist Umsetzungsfähigkeit: Eine Strategie bleibt wirkungslos, wenn die Organisation ihre Umsetzung nicht selbst steuern kann.
  • Der Engpass liegt zwischen den Systemen: Fachverfahren bilden einzelne Prozesse ab, aber nicht automatisch den gemeinsamen Arbeits- und Entscheidungsstand.
  • Handlungsfähigkeit braucht Verbindung: Ziele, Arbeitsstände, Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und Übergaben müssen zusammengeführt werden.
  • Conceptboard schafft die gemeinsame Arbeitsebene: Menschen, Prozesse und relevante Informationen werden in einem souveränen digitalen Arbeitsraum verbunden.

Die Lücke zwischen Strategie und Umsetzung

Digitale Strategien beschreiben Ziele, Prioritäten und gewünschte Veränderungen. Umgesetzt werden sie jedoch in der täglichen Zusammenarbeit.

Dabei treffen Fachbereiche, IT, Datenschutz, Organisationsentwicklung, Verwaltungsleitung und externe Dienstleister aufeinander. Jede beteiligte Stelle betrachtet das Vorhaben aus einer anderen Perspektive und arbeitet mit anderen Systemen.

Diese Arbeitsteilung ist notwendig. Sie wird dann zum Problem, wenn die einzelnen Perspektiven nicht mehr zu einem gemeinsamen Bild verbunden werden.

Der Fachbereich sieht den Prozess. Die IT sieht technische Abhängigkeiten. Der Datenschutz sieht offene Prüfungen. Die Verwaltungsleitung sieht einen zusammengefassten Projektstatus.

Jede Perspektive kann richtig sein.

Trotzdem sieht niemand dasselbe Ganze.

Eine Digitalstrategie verliert ihre Steuerbarkeit, wenn ihre Umsetzung auf getrennte Arbeitsstände verteilt wird.

Was gemeinsame Handlungsfähigkeit auszeichnet

Ein digitalisierter Prozess und ein gemeinsam steuerbares Vorhaben sind nicht dasselbe.

Digitalisierter EinzelprozessGemeinsam steuerbares Vorhaben
Eine Leistung ist technisch abgebildet.Ziel, Umsetzung und Verantwortlichkeiten sind verbunden.
Informationen liegen in mehreren Systemen.Der gemeinsame Arbeits- und Entscheidungsstand ist sichtbar.
Einzelne Bereiche bearbeiten ihre Aufgaben.Übergaben und Abhängigkeiten sind geklärt.
Entscheidungen werden separat dokumentiert.Entscheidung, Grundlage und Folge sind nachvollziehbar.
Der Projektstatus wird berichtet.Die Beteiligten können auf Basis des Status handeln.
Diagramm mit vier Aspekten/Vorteilen eines gemeinsamen Arbeitsraums.
Das eine ersetzt das andere nicht.

Das eine ersetzt das andere nicht.

Verwaltungsdigitalisierung benötigt funktionierende technische Komponenten. Sie benötigt aber ebenso eine organisationsfähige Form der Zusammenarbeit.

Der entscheidende Unterschied liegt zwischen Information und Handlungsfähigkeit: Ein Statusbericht beschreibt, wo ein Vorhaben steht. Ein gemeinsamer Arbeitsstand zeigt zusätzlich, was entschieden werden muss und wer anschließend handelt.

Prüfraster: Ist unser Vorhaben gemeinsam steuerbar?

Die folgenden fünf Fragen helfen Verwaltungsleitungen und Digitalisierungsverantwortlichen zu erkennen, ob ein bereichsübergreifendes Vorhaben nur dokumentiert oder tatsächlich steuerbar ist.

1. Haben alle Beteiligten dasselbe Zielbild?

Ein Projektname wie „Digitalisierung einer Verwaltungsleistung“ beschreibt eine Aufgabe, aber noch nicht das gewünschte Ergebnis.

Das Zielbild muss klären, welches Problem gelöst werden soll, für wen sich etwas verbessert, wie der künftige Ablauf aussieht und woran der Erfolg erkannt wird.

Prüffrage: Können Fachbereich, IT, Datenschutz, Führung und externe Partner in eigenen Worten dasselbe gewünschte Ergebnis beschreiben?

Warnsignal: Die Beteiligten verwenden denselben Projektnamen, verfolgen darunter aber unterschiedliche Ziele.

Steuerbare Form: Das gemeinsame Zielbild ist sichtbar dokumentiert und wird bei wesentlichen Entscheidungen als Referenz genutzt.

2. Ist eindeutig, welcher Arbeitsstand gilt?

In komplexen Vorhaben entstehen Prozessdarstellungen, Anforderungslisten, technische Spezifikationen, Datenschutzbewertungen, Präsentationen und Protokolle.

Diese Informationen müssen nicht in ein einziges System übertragen werden. Es muss jedoch erkennbar sein, was beschlossen, was in Bearbeitung, was verworfen und was weiterhin offen ist.

Prüffrage: Können alle Beteiligten erkennen, welche Informationen aktuell, abgestimmt und verbindlich sind?

Warnsignal: Abstimmungstermine beginnen regelmäßig mit der Frage, welche Version die aktuelle ist.

Steuerbare Form: Der gemeinsame Arbeitsstand ist datiert, verständlich und mit den jeweils führenden Detailinformationen verbunden.

3. Sind die nächsten Übergaben geklärt?

Bereichsübergreifende Projekte verlieren ihre Geschwindigkeit häufig an den Schnittstellen.

Der Fachbereich wartet auf eine technische Einschätzung. Die IT benötigt eine fachliche Konkretisierung. Der Datenschutz wartet auf eine Beschreibung der Datenverarbeitung. Der Dienstleister benötigt eine Entscheidung.

Eine Aufgabe allein schafft noch keine geregelte Übergabe.

Prüffrage: Ist bei jedem kritischen Arbeitsschritt erkennbar, wer welches Ergebnis an wen übergibt?

Warnsignal: Mehrere Beteiligte gehen davon aus, dass jeweils eine andere Stelle den nächsten Schritt übernimmt.

Steuerbare Form: Jede kritische Übergabe hat einen Verantwortlichen, ein erwartetes Ergebnis, einen Empfänger und einen verbindlichen Termin.

4. Sind offene Entscheidungen sichtbar?

Viele Vorhaben stocken nicht an fehlenden Aufgaben, sondern an einer Entscheidung, die nicht als gemeinsamer Engpass sichtbar ist.

Das kann eine Entscheidung über Prioritäten, Prozessvarianten, technische Optionen, Ressourcen oder Governance-Vorgaben sein.

Prüffrage: Ist klar, welche Entscheidung aktuell fehlt und wer sie treffen kann?

Warnsignal: Ein Thema wird mehrfach diskutiert, ohne dass deutlich wird, wer eine verbindliche Entscheidung treffen muss.

Steuerbare Form: Entscheidungsbedarf, verantwortliche Rolle, benötigte Grundlage und Auswirkungen einer Verzögerung sind transparent.

5. Ist die Entscheidungsgrundlage nachvollziehbar?

Eine protokollierte Entscheidung reicht nicht immer aus. Für die spätere Umsetzung muss nachvollziehbar bleiben, warum eine bestimmte Option gewählt wurde.

Dazu gehören die betrachteten Alternativen, relevante Anforderungen, Risiken, Abhängigkeiten und zugrunde liegende Annahmen.

Prüffrage: Können Beteiligte auch später nachvollziehen, warum eine Entscheidung getroffen wurde?

Warnsignal: Das Ergebnis ist bekannt, seine Begründung kann jedoch nicht mehr rekonstruiert werden.

Steuerbare Form: Entscheidung, Grundlage, Auswirkungen und nächste Schritte werden miteinander verbunden dokumentiert.

Warum ein weiteres Fachverfahren nicht ausreicht

Fachverfahren, Dokumentenmanagementsysteme und Ticketsysteme erfüllen jeweils eine klare Aufgabe. Sie müssen nicht ersetzt werden.

Sie bilden jedoch meistens nur einen bestimmten Ausschnitt des Vorhabens ab.

Eine digitale Strategie entsteht zwischen diesen Systemen: dort, wo Ziele abgestimmt, Perspektiven zusammengeführt, Optionen bewertet und Entscheidungen vorbereitet werden.

Dafür braucht es eine gemeinsame Arbeitsebene.

Nicht mehr Systeme schaffen Handlungsfähigkeit. Entscheidend ist die Verbindung zwischen ihnen.

Die Rolle von Conceptboard

Conceptboard unterstützt Verwaltungen dabei, digitale Strategien in gemeinsam steuerbare Vorhaben zu übersetzen.

Menschen, Prozesse, relevante Informationen, Entscheidungen und Umsetzung werden in einem souveränen digitalen Arbeitsraum verbunden. Fachbereiche, IT, Datenschutz, Leitung und externe Partner können dort ihre Perspektiven zusammenführen, ohne ihre jeweiligen Fachsysteme aufzugeben.

Conceptboard ersetzt keine Fachverfahren, keine formale Aktenführung und keine spezialisierten Projekt- oder Ticketsysteme.

Conceptboard schafft die gemeinsame Arbeitsebene dazwischen.

Wie diese Zusammenarbeit in der Praxis aussehen kann, zeigt die veröffentlichte Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt. Conceptboard wird dort unter anderem für interdisziplinäre, hybride und ebenenübergreifende Zusammenarbeit sowie gemeinsame Workshops eingesetzt.

Was das für Verwaltungsleitungen bedeutet

Die entscheidende Frage lautet nicht nur:

Welche Systeme setzen wir ein?

Sondern:

Können wir unsere digitale Strategie über Zuständigkeiten und Systemgrenzen hinweg selbstbestimmt umsetzen?

Dafür braucht es ein gemeinsames Zielbild, einen verbindlichen Arbeitsstand, sichtbare Entscheidungen, nachvollziehbare Grundlagen und geregelte Übergaben.

Technologie kann diese Voraussetzungen unterstützen.

Die Verantwortung dafür bleibt eine Führungsaufgabe.

Denn eine Strategie ist nicht allein deshalb souverän, weil sie Unabhängigkeit fordert oder sichere Technologien vorsieht.

Eine Strategie ist erst dann souverän, wenn die Organisation sie selbstbestimmt umsetzen kann.

Wie souverän arbeitet Ihre Verwaltung morgen?

Erfahren Sie, wie Conceptboard Verwaltungsorganisationen dabei unterstützt, komplexe Vorhaben strukturiert vorzubereiten, Perspektiven zusammenzuführen und nächste Schritte gemeinsam festzuhalten.

Souveräne Zusammenarbeit gestalten